Altruistic License Model (ALM)
Die ALtruistic Model License (ALML)
Ein Manifest für Wissen, Transparenz und gesellschaftlichen Fortschritt
Die Menschheit lebt von Wissen.
Jede wissenschaftliche Erkenntnis, jede technische Innovation, jede kulturelle Errungenschaft, jedes Kunstwerk, jede Komposition, jede Zeile Quellcode und jede gesellschaftliche Entwicklung baut auf den Erfahrungen, Erkenntnissen und Werken anderer Menschen auf. Niemand beginnt bei Null. Jede Generation steht auf den Schultern derjenigen, die vor ihr kamen.
Wissen besitzt dabei eine besondere Eigenschaft: Es wird durch seine Nutzung nicht verbraucht. Es wächst. Eine Idee verschwindet nicht, wenn sie geteilt wird. Im Gegenteil – sie gewinnt an Bedeutung, wenn andere Menschen sie verstehen, hinterfragen, erweitern und weiterentwickeln.
Deshalb gehören Forschung, Lehre, Dokumentation, Journalismus, öffentliche Debatten, kultureller Austausch und wissenschaftliche Zusammenarbeit zu den wichtigsten Grundlagen einer freien und aufgeklärten Gesellschaft. Sie ermöglichen Fortschritt, fördern Transparenz und schaffen die Voraussetzung dafür, dass bestehendes Wissen überprüft, verbessert und ergänzt werden kann.
Die Offenlegung eines Werkes dient daher nicht allein dem Zugang zu diesem Werk. Sie dient dem Wachstum von Wissen, der Förderung von Erkenntnis, der Stärkung von Transparenz und dem kollektiven Nutzen der Menschheit.
Gleichzeitig zeigt die Entwicklung der letzten Jahrzehnte ein Spannungsfeld, das viele bestehende Lizenzmodelle nur unzureichend adressieren. Werke werden häufig mit der Absicht veröffentlicht, Forschung, Bildung, Transparenz oder gesellschaftlichen Fortschritt zu fördern. Nicht selten werden diese Werke später von wirtschaftlich stärkeren Akteuren übernommen, integriert, vermarktet und monetarisiert. Die ursprüngliche Offenheit bleibt dabei formal erhalten, der ursprüngliche Zweck des Werkes tritt jedoch zunehmend in den Hintergrund.
Das ALtruistic Model License entstand aus der Überzeugung, dass die Entscheidung zur Offenlegung eines Werkes nicht zugleich die Aufgabe seines ursprünglichen Zweckes bedeuten muss.
Die Veröffentlichung eines Werkes bedeutet nicht automatisch die Zustimmung zu jeder denkbaren Form seiner Nutzung. Die Entscheidung eines Urhebers, ein Werk öffentlich zugänglich zu machen, darf nicht automatisch als Verzicht auf jede Einflussmöglichkeit hinsichtlich seines ursprünglichen Zweckes verstanden werden.
ALML erkennt an, dass die Freiheit zur Beobachtung, Analyse, Forschung, Dokumentation, Berichterstattung, Lehre, Auditierung, Interoperabilitätsforschung und öffentlichen Kontrolle eine wesentliche Voraussetzung für eine freie und aufgeklärte Gesellschaft ist. Diese Freiheiten sollen gestärkt und gefördert werden.
Gleichzeitig vertritt ALML die Auffassung, dass Offenheit nicht mit Beliebigkeit gleichzusetzen ist. Die Offenlegung eines Werkes bedeutet nicht automatisch die Zustimmung zu seiner wirtschaftlichen Vereinnahmung oder zu einer Nutzung, die seinem ursprünglichen Zweck widerspricht.
ALML versteht Offenheit als Mittel zur Förderung von Erkenntnis, nicht als Berechtigung zur schrankenlosen Verwertung.
Das Ziel des ALML ist weder die Abschaffung wirtschaftlicher Tätigkeit noch die Einschränkung von Forschung, Bildung oder kulturellem Austausch. Unternehmen, Handel und Innovation sind legitime Bestandteile moderner Gesellschaften. Das Altruistic License Model richtet sich nicht gegen wirtschaftlichen Erfolg. Es richtet sich gegen die Vorstellung, dass Offenheit zwangsläufig die Zustimmung zu jeder Form wirtschaftlicher Verwertung beinhalten müsse.
ALML schafft Raum für einen anderen Ansatz. Einen Ansatz, der Wissen, Forschung, Bildung, Transparenz, Dokumentation, Berichterstattung und gesellschaftlichen Nutzen bewusst in den Mittelpunkt stellt. Einen Ansatz, der anerkennt, dass Urheber das Recht haben, die Ziele ihrer Offenlegung zu definieren und diese Ziele in ihren Lizenzmodellen abzubilden.
Dabei spielt das Medium keine Rolle. Die Grundgedanken des ALML können auf Software ebenso angewendet werden wie auf Literatur, Musik, audiovisuelle Werke, Datensammlungen, wissenschaftliche Arbeiten, Lehrmaterialien oder andere kreative und technische Werke.
Aus diesem Grund versteht sich ALML nicht als einzelne Lizenz, sondern als ein Lizenzmodell mit gemeinsamen Grundprinzipien. Die konkrete Umsetzung erfolgt durch Fachlizenzen für unterschiedliche Werkarten. Mit dieser Version des ALML werden zunächst die folgenden Fachlizenzbereiche vorgesehen::
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ALML -C (Code)
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ALML -L (Literature)
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ALML -M (Music)
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ALML -V (Video)
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ALML -D (Data)
Weitere Fachlizenzen können künftig ergänzt werden, sofern sie mit den Grundprinzipien des ALML vereinbar sind.
ALML ist kein Gegenentwurf zur Offenheit, sondern der Versuch, Offenheit bewusst auf den Zweck auszurichten, dem sie dienen soll.
Denn Offenheit bedeutet Zugang, nicht Aneignung.